Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre und äußert sich als brennendes Gefühl hinter dem Brustbein. Häufige Ursachen sind fettreiche Mahlzeiten, Stress, Übergewicht und bestimmte Medikamente. In Deutschland leiden etwa 20% der Bevölkerung regelmäßig unter Sodbrennen.
Die gastroösophageale Refluxkrankheit zeigt sich durch chronisches Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schluckbeschwerden und nächtlichen Husten. Unbehandelt kann GERD zu Speiseröhrenentzündungen und Komplikationen führen.
Zur Behandlung stehen verschiedene Arzneimittelgruppen zur Verfügung:
Protonenpumpenhemmer sollten 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen werden. Unterstützend helfen kleinere Mahlzeiten, Gewichtsreduktion und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin.
Akuter Durchfall dauert weniger als zwei Wochen und wird meist durch Infektionen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursacht. Chronischer Durchfall besteht länger als vier Wochen und erfordert eine ärztliche Abklärung möglicher Grunderkrankungen wie Reizdarm oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
In Deutschland leiden etwa 15% der Bevölkerung unter chronischer Verstopfung. Hauptursachen sind Bewegungsmangel, ballaststoffarme Ernährung, zu geringe Flüssigkeitszufuhr und bestimmte Medikamente.
Bei Durchfall kommen verschiedene Antidiarrhoika zum Einsatz:
Gegen Verstopfung helfen Abführmittel wie Macrogol (Movicol), Bisacodyl (Dulcolax) oder Lactulose-Präparate. Bei anhaltendem Durchfall über 3 Tage oder Verstopfung über eine Woche ist ärztliche Hilfe erforderlich.
Übelkeit und Erbrechen können verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Verdauungsstörungen bis hin zu ernsten Erkrankungen. Häufige Auslöser sind Reisekrankheit, Schwangerschaftsübelkeit, Magen-Darm-Infekte oder Nebenwirkungen von Medikamenten. In deutschen Apotheken stehen bewährte Antiemetika zur Verfügung.
Als pflanzliche Alternative haben sich Ingwer-Präparate bewährt, besonders bei Schwangerschaftsübelkeit. Die Dosierung muss altersgerecht angepasst werden - Erwachsene vertragen höhere Dosen als Kinder. Bei Kindern unter zwei Jahren sollten Antiemetika nur nach ärztlicher Rücksprache gegeben werden. Besondere Vorsicht ist bei längerer Anwendung geboten.
Magenschmerzen entstehen oft durch akute oder chronische Gastritis, eine Entzündung der Magenschleimhaut. Häufige Ursachen sind Stress, falsche Ernährung, Alkohol oder Helicobacter pylori-Infektionen. Eine gezielte Behandlung erfordert meist eine Kombination verschiedener Medikamente.
Bei krampfartigen Magenschmerzen helfen Butylscopolamin (Buscopan) und Mebeverin. Diese Wirkstoffe entspannen die glatte Muskulatur des Magens. Kombinationspräparate vereinen oft mehrere Wirkstoffe für eine umfassende Behandlung von Magenbeschwerden. Bei anhaltenden Beschwerden sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden.
Blähungen und Völlegefühl entstehen durch übermäßige Gasansammlung im Verdauungstrakt. Meteorismus und Flatulenz können verschiedene Ursachen haben, darunter hastiges Essen, blähende Speisen, Laktoseintoleranz oder gestörte Darmflora. Verdauungsenzyme unterstützen die Aufspaltung von Nahrungsbestandteilen und können die Gasbildung reduzieren.
Simeticon-haltige Präparate wie Lefax und Espumisan wirken physikalisch entschäumend und erleichtern die Gasausscheidung. Dimeticon-Präparate haben ähnliche Eigenschaften und reduzieren oberflächliche Spannung der Gasbläschen im Darm.
Bewährte pflanzliche Mittel umfassen:
Ernährungstipps zur Vorbeugung beinhalten langsames Kauen, Vermeidung kohlensäurehaltiger Getränke und blähender Lebensmittel sowie regelmäßige Mahlzeiten.
Das Reizdarm-Syndrom (IBS) ist eine funktionelle Darmerkrankung mit chronischen Bauchbeschwerden ohne organische Ursache. Man unterscheidet drei Haupttypen: Durchfall-dominiertes IBS, Verstopfungs-dominiertes IBS und den Mischtyp mit wechselnden Symptomen.
Zur symptomatischen Behandlung stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung:
Spezielle Bifidobakterien-Stämme und Lactobacillus-Präparate können die Darmflora stabilisieren und Symptome lindern. Präbiotika fördern das Wachstum nützlicher Darmbakterien.
Ergänzende Maßnahmen umfassen Stressmanagement, Entspannungstechniken und diätetische Ansätze wie die FODMAP-arme Ernährung zur Identifikation individueller Trigger-Lebensmittel.